Wohnmobil-Reisen boomen. Gerade mit Kindern sind Wohnmobile eine tolle Variante, um unterwegs zu sein und mit der Familie die Welt kennenzulernen. In diesem Artikel findest du einige Tipps für einen gelungenen Einstieg ins Reisen mit dem Wohnmobil.

Wohnmobil am Strand

Ein einsames Wohnmobil am Strand

1 Wohnmobil mieten statt kaufen

Wohnmobile gibt es aber in allen möglichen Varianten. Wer noch nie im Wohnmobil unterwegs war, kennt aber seine Anforderungen noch nicht.

Dann empfiehlt es sich, für die ersten Reisen ein Wohnmobil zu mieten. So lassen sich die verschiedenen Wohnmobil-Kategorien ausprobieren, und die eigenen Vorlieben erkunden. Die Wohnmobil-Miete ist zwar nicht billig, aber ein Fehlkauf kommt am Ende teurer.

2 Die richtige Wohnmobil-Größe wählen

Ob Kauf oder Miete: Die richtige Größe des Wohnmobils hängt primär von der Anzahl der Reisenden, sowie von deinem Führerschein ab.

Achte darauf, dass es für alle Mitreisenden auch

  • eingetragene Sitzplätze sowie
  • ausreichend Schlafplätze gibt.

Doch daraus zu schließen, ein größeres Wohnmobil sei automatisch besser, wäre falsch: Der Großteil der Wohnmobile in der Klasse unter 3.5 Tonnen kämpft mit dem zulässigen Gesamtgewicht.

Um empfindliche Strafen zu vermeiden, solltest du deshalb vor dem Kauf sicherstellen, dass dir genügend Zuladung bleibt. Verlasse dich dabei nicht auf das Leergewicht des Wohnmobils! Am Ende hilft nur eine geeichte Brückenwaage.

3 Welche Wohnmobil-Art passt zu dir?

Am Anfang fühlt man sich erschlagen. Kastenwagen, Teilintegrierte, Vollintegrierte, oder  Alkoven: Was ist das, und was eignet sich für dich?

  • Ein Kastenwagen ist ein ausgebauter Transporter. Er ist kompakt und wendig, doch der Platz im Inneren ist eingeschränkt. Die Blechkarosse sorgt für Sicherheit und Stabilität, ist aber auch schwer.
  • Ein Teilintegrierter behält nur die Fahrerkabine des Transporters bei, bekommt aber einen separaten Aufbau.
  • Beim Alkovenmobil gibt es über der Fahrerkabine noch ein zusätzliches Bett. Das ist für Familien oft ideal.
  • Und beim Vollintegrierten wird schließlich nur das Fahrgestell vom Transporter übernommen, aber alles übrige komplett neu aufgebaut (inklusive Fahrerhaus). Das ist die Luxus-Variante, die aber auch ihre Nachteile hat.

Ein Alkoven-Mobil am See

Was nun zu dir passt, hängt von deinem Platzbedarf, deinen geplanten Reisezielen sowie deinem Budget ab. Für ein Wohnmobil, das als Zweitwagen im Alltag genutzt werden soll, gelten zudem andere Anforderungen, wie für ein reines Urlaubs-Gefährt.

4 Wie ein Wohnmobil funktioniert

Ein modernes Wohnmobil bietet allen Komfort.

  • Bequeme Betten sorgen für einen geruhsamen Schlaf
  • eine Küche mit Kühlschrank und Gaskocher erlaubt es, flexibel zu bleiben und sich selbst zu verpflegen
  • eine Gas- oder Dieselheizung wärmt in kaltem Wetter.
  • In der Nasszelle findet sich eine Kassettentoilette sowie eine Dusche. Das Wasser dafür kommt aus einem Frischwassertank. Verbrauchtes Wasser wird im Grauwassertank gesammelt.
  • Ein 12V-Stromnetz versorgt Lämpchen, Heizung und Kühlschrank. Am Campingplatz oder Stellplatz kann man auf “Landstrom” zurückgreifen, und kann dann im Wohnmobil auch 230V-Geräte betreiben.

5 Wohnmobil-Packliste

Was viele Einsteiger überrascht ist, dass das Wohnmobil leer geliefert wird. Weder Campingstühle noch Geschirr finden sich darin. Sogar als Wohnmobil-Mieter muss man für diese Ausstattung zumeist einen Aufpreis bezahlen, und als Wohnmobil-Käufer muss man das Wohnmobil-Zubehör sogar selbst besorgen. Vor der Wohnmobil-Reise gilt es dann noch Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs einzupacken.

Zur Wohnmobil-Packliste gehören meist:

  • Geschirr
  • Decken und Kissen
  • Camping-Möbel für draußen
  • Toilettartikel
  • Kleidung, Schuhe
  • Lebensmittel
  • Elektronik (Kamera, Tablet, …)

6 Unterwegs im Wohnmobil

Wie funktioniert nun das Reisen im Wohnmobil? Nun, grundsätzlich hat man sein Zuhause immer mit dabei. Das hat großen Einfluss auf das Reisegefühl.

  • Eine Pause auf einem Rastplatz ist daher ungleich luxuriöser, als im Mietwagen oder gar am Flughafen.
  • Kinder können am Bett mit ihrem gewohnten Spielzeug spielen, und ein Elternteil kann sich bei einem Mittagsschläfchen die Energie für die nächsten Kilometer holen
  • Eine schnelle Mahlzeit ist dank Küche und Kühlschrank auch kein Problem.

So lassen sich auch weitere Strecken stressfrei bewältigen. Da man grundsätzlich autark ist, muss man keinen strikten Reiseplänen folgen, sondern kann täglich den Plan ändern. Wo es gefällt, bleibt man. Diese Flexibilität muss man meist einmal erlebt haben, bevor man sie nicht mehr missen möchte.

Nicht verschweigen sollte man aber auch, dass man beim Wohnmobil-Reisen nicht wie im 5-Sterne-Hotel bedient wird. Gewisse “Camping-Dienste” muss man alle paar Tage selbst erledigen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Die Entleerung des Grauwassertanks
  • Die Entleerung der Kassettentoilette an Entsorgungsstationen
  • Das Füllen des Frischwassertanks

7 Campingplatz, Stellplatz oder Freistehen?

Die Camping-Werbung suggeriert, dass man mit dem Wohnmobil einfach an den schönsten Plätzen stehenbleiben und grenzenlose Freiheit genießen kann. Das ist leider heute nicht mehr ganz richtig. Zwar ist das Reisen im Wohnmobil noch immer sehr flexibel, doch immer mehr Wohnmobil-Reisende führen zu immer mehr Verboten und Regelungen.

Wohnmobil am Campingplatz

Ein Wohnmobil am Campingplatz

  • Keine Probleme hat man am Campingplatz. Dort erhält man allen Komfort, wie Sanitär-Anlagen, Frischwasser und Strom, und bezahlt einen entsprechenden Betrag dafür. Man darf vor dem Wohnmobil Campingmöbel und eine Markise aufbauen, weshalb sich das Leben oft vor dem Wohnmobil abspielt.
  • Ein Wohnmobil-Stellplatz ist hingegen ein Parkplatz, auf dem Wohnmobile übernachten dürfen. Der Komfort beschränkt sich meist auf Stromanschlüsse und Ver-/Entsorgungs-Möglichkeiten. Das Aufbauen von Camping-Möbeln im Freien ist nicht erlaubt, meist reicht dafür auch der Platz nicht aus.
  • Das sogenannte “Freistehen” oder “Wildcampen” ist in fast ganz Europa verboten, obwohl es manchmal toleriert wird. Entscheidet man sich dennoch, Campingplätzen und Stellplätzen fernzubleiben, sollte man unbedingt darauf achten, sich unauffällig zu verhalten. Campingverhalten darf man keinesfalls an den Tag legen, und seinen Müll nimmt man bitte auch wieder mit!

Damit die (fast) grenzenlose Freiheit noch lange erhalten bleibt, sollte man sich daher mit dem Wohnmobil rücksichtsvoll gegenüber Umwelt und der Bevölkerung der besuchten Länder verhalten.

Wohnmobil am Stellplatz

Ein Wohnmobil am Stellplatz

8 Wohnmobil mit Kids

Mit dem Wohnmobil mit Kindern unterwegs zu sein ist günstiger, als viele andere Reise-Varianten. Man kann selbst Essen zubereiten, die Transportkosten sind überschaubar und die Nächtigungen fressen kein großes Loch ins Reisebudget.

Für das Reisen mit Kleinkindern hat das Wohnmobil weitere Vorteile: Man hat immer ein Bett, immer eine Toilette, eine Küche und eine Heckgarage voller Vorräte mit dabei. Nicht alles im Voraus buchen zu müssen kommt auch den Eltern entgegen, wenn den Kindern die geplante Tagesetappe doch zu lange ist.

Wer mit kleinen Kindern reist, sollte unbedingt darauf achten, dass das gewählte Wohnmobil mit Isofix ausgestattet ist. Nur dann können Kindersitze wirklich gut und einfach befestigt werden. Leider ist dieses Ausstattungsmerkmal noch immer selten anzutreffen, weshalb man explizit danach fragen sollte.