Atme Dich gelassen und glücklich

 

Atmung, so meint man, sollte eigentlich von ganz alleine ablaufen.

 

Atmung ist essentiell und ein natürlicher Prozess im Körper, den man eigentlich gar nicht beeinflusst, könnte man denken. Aber ganz so einfach ist es nicht. Atmung dient dem Gasaustausch. Jeder Muskel im Körper und die Organe werden mit Sauerstoff versorgt, allerdings kannst Du sehr wohl das Atmen üben. Im Yoga nennt man das Pranayama; die Zusammenführung von Körper und Geist durch Atemübungen.

Es gibt mehrere Übungen, die auch oder gerade als Mutter wertvoll sind, denn gerade kurz nach der Geburt (und auch manchmal viel später noch) fühlt man sich doch irgendwie so gar nicht wie man selbst, so gar nicht geerdet oder gar nicht ausgeglichen. All den Emotionen die aufkommen wenn Du ganz frisch Mutter bist, den Launen Deines Teenagers oder dem oftmals stressigen Alltag mit vielen Kindern kannst Du mit der richtigen und vor allem ruhigen Atmung gelassen entgegenstehen. Die bewusste Regulierung der Atmung, sowie ein ganz achtsames Atmen, lässt Dich neu mit Energien aufladen und Dich zur Ruhe bringen.

 

Im Yoga sagt man das die Atmung der Träger und Übermittler der Lebensenergie (Prana) ist, Prana durchzieht den gesamten Körper und stellt eine Verbindung von Körper und Geist dar.

 

Es ist zwar nicht so, dass man Pranayama überhaupt nicht üben muss, aber dennoch sind viele Übungen relativ leicht umzusetzen und einfach zu lernen. Es geht letztendlich um eine bewusst kontrollierte Atembewegung durch Einsatz der entsprechenden Muskelgruppen.

 

Eine Technik, die Dir hilft Deine Atmung bewusst wieder wahrzunehmen um auch in hektischen Situationen gelassen zu bleiben.

 

Als Familienoberhaupt sozusagen oberste Priorität.

 

Wichtig ist es, nichts zu erzwingen. Achte auf Deine eigenen Grenzen und übe mit Bedacht. Langsam und beständig. Die Atemtechnik die ich Dir hier erkläre heißt Anuloma Wiloma oder auch die Wechselatmung.

 

Übe zu Beginn vielleicht am Morgen, direkt nach dem Aufstehen, mit leerem Magen für einige Minuten und dehne die Praxis dann nach und nach aus.

Jede Übung sollte sich leicht anfühlen, damit die Energie im Körper fließen und somit emotionale und körperliche Blockaden sanft gelöst werden können. Der Sitz sollte bequem und fest sein.

 

In einer der ältesten Yoga Aufzeichnungen, dem Yoga Sutra des Patanjali heißt es dazu:

 

स्थिरसुखमासनम्

sthira-sukham-āsanam

sthira = kraftvoll, fest, hart, unbewegt, stabil
sukham = bequem, angenehm, genuss, leicht, entspannt

āsanam = Haltung, Sitzstellung

„Die Körperhaltung sollte Stabil und angenehm sein.“ oder
„Der Sitz ist fest und leicht.“

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Sunita Ehlers, Yogalehrerin & Ayurveda Coach aus Hamburg

 

Und so funktioniert es:

  1. Setze Dich aufrecht hin, an einem Ort an dem Du Dich wohlfühlst und Du für einen kurzen Moment nicht abgelenkt wirst. Gerne im Schneidersitz oder im Fersensitz.
  2. Lege Deine linke Hand in den Schoß. Mit der rechten Hand klappst Du den Zeige- und Mittelfinger an Deinen Handballen, sodass Daumen, Ringfinger und kleiner Finger abstehen.
  3. Der Daumen kommt an Dein rechtes Nasenloch, der Ringfinger an Dein linkes.
  4. Atme nun durch beide Nasenlöcher gleichmäßig ein und dann vollständig aus.
  5. Schließe dann mit dem Daumen das rechte Nasenloch und atme durch das linke ein. Schließe dann das linke Nasenloch, öffne rechts und atme aus. Dann atmest Du wieder durch das bereits offene, rechte Nasenloch ein und schließt es dann um das linke zu öffnen und links auszuatmen. Probier es einmal aus, es ist gar nicht so schwer.
  6. Mache dies abwechselnd für ein paar Atemzüge in Deinem ganz natürlichen Atemrhythmus.
  7. Ich empfehle Dir diesen Ablauf ein paar Tage zu wiederholen, jeweils für ein paar Minuten (es soll sich aber die gesamte Zeit gut anfühlen!) und dann nach einiger Zeit den Rhythmus zu verlängern. Das heißt, das Du Deine Atmung zählst (in Gedanken). Zu Beginn eventuell bis 4 und dann nach der besagten Zeit verlangsamst Du den Rhythmus und zählst jeweils ein wenig länger (soll sich auch die ganze Zeit gut anfühlen, achte auf Deine Grenzen).

 

Es gibt noch andere Varianten der Anuloma Wiloma, aber zu Beginn ist das zählen und verlängern der Ein-und Ausatmung vollkommen ausreichend um Deine Konzentration zu stärken.

 

Die Wechselatmung hilft Dir dabei die Lungenkapazität zu erhöhen, die Atmung zu kontrollieren. Die Nasendurchgänge werden sanft geöffnet, dies wirkt harmonisierend auf alle Körpersysteme.

Die Nadis (Energieleitbahnen) im Körper, wovon es ca. 72.000 gibt werden aktiviert und harmonisiert, sodass Prana sich im gesamten Körper ausbreiten kann.

Außerdem fördert die Nadi Shodhana die Konzentration und hilft Dir zu innerer Ruhe und Kraft zu kommen. Emotionale Ungleichgewichte werden aufgelöst.

 

Ich wünsche Dir ganz viel Spaß am Ausprobieren. Gastartikel von Sunita Ehlers, Yogalehrerin & Ayurveda Coach