Somit geht heute das zweite Interview online.
Heute zu Gast: Melissa von Queen Mel B

Liebe Melissa,
erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für die Fragen nimmst.
🙂

Wer bist du und was machst du?
Ich bin Melissa, 27 und gebürtige Grazerin. Ich habe über 3 Jahre alleine gewohnt, bin dann aber vor kurzem wieder zurück zu meinen Wurzeln gekehrt und bei meinen Eltern eingezogen. Ich bin gerne alleine, aber ich liebe Gesellschaft. Ich bin sportverliebt mit großem Schweinehund. Eine Chaotin mit großem Ordnungszwang. Couchpotato mit ganz viel Motivation, Energie und Tatendrang. Heimatverbunden mit großem Fernweh. Arbeite im Büro als Angestellte, bin aber viel lieber selbstständig und kreativ. Aber vor allem bin ich ständig auf der Suche nach mir selbst. All das macht mich aus, kann mich aber nicht definieren. Ich komme schwer raus aus meiner Komfortzone, will aber alles ausprobiert und erlebt haben. Ich habe viele Interessen, weiß aber nicht wo ich anfangen soll. Und so entstand auch die Idee zu meinem Blog: Dinge, die man einmal im Leben getan haben sollte. Um sich selbst zu finden und um sich selbst kennenzulernen. Ich beschäftige mich sehr viel mit Persönlichkeitsentwicklung und einem positiven Lebensgefühl und möchte meine Erfahrungen mit anderen teilen. Ich möchte ein Miteinander schaffen, indem man voneinander lernen kann und der Horizont erweitert wird für all die wunderbaren Möglichkeiten, die uns das Leben bietet.

Du bist also sehr positiv eingestellt. Wie überwindest du deinen inneren Schweinehund?
Ich habe mir dabei Hilfe geholt, in Form eines Motivationsbuches mit dem Titel „Das Günter-Prinzip – so motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund“. Und ja, in mir sitzen eine Menge Schweinehunde fest, die mich in bestimmten Situationen daran hindern, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Bereits das erste Kapitel war sehr aufschlussreich. Schwierig bei der Überwindung ist es eigentlich nur, seinen Körper bzw. seine Situation von einem Zustand in den anderen zu bewegen. Indem ich mir das so anschaulich und bildlich vor Augen geführt habe, war es plötzlich auch schon viel leichter.

Ein gutes Beispiel ist dabei die Motivation Sport zu treiben: Man liegt gerade auf der Couch, fühlt sich wohl und befindet sich im Ruhezustand. Sich nun seine Sportklamotten anzuziehen und Sport zu treiben, ist der Zustand, in den wir nun wechseln möchten. Und dieser Wechsel stellt das eigentliche Problem dar. Denn befinden wir uns dann im „Sport-Zustand“, ist es eigentlich spielend leicht und man fühlt sich gut 😊

Interessant. Meinst du, dass jeder Mensch optimistisch sein kann oder spielen da bestimmte Faktoren eine Rolle?
Ja ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch für sein eigenes Glück verantwortlich ist, ganz unabhängig von äußeren Einflüssen. Glück und Zufriedenheit beginnt im Inneren und ist eine Lebenseinstellung. Wichtig ist sich darüber bewusst zu werden, dass egal was einem passiert, das Leben immer FÜR einen spielt. Optimismus kann man erlernen und ich habe mir diese positive Art und Weise zu denken auch durch viele Rituale, Gewohnheiten und Übungen angeeignet. Es braucht vielleicht etwas Zeit, bis es sich manifestiert hat, aber es ist definitiv für jeden Menschen möglich.

Influencer beeinflussen unsere heutige Gesellschaft. Vom Lebensstil bis hin zum Konsum.
Kann man mit gutem Gewissen Tipps und Tricks von Influencern annehmen oder sollte man die sozialen Netzwerke wie Instagram, YouTube oder TikTok mit Vorsicht genießen?
Ich bin der Meinung, dass Influencer Fluch und Segen zugleich sind. Ich selbst habe mir schon oft Inspirationen geholt und das ein oder andere ausprobiert. Allerdings bin ich schon in einem Alter, wo ich mich nicht mehr beeinflussen lasse und sehr wohl noch abwäge, was tatsächlich der Wahrheit entspricht und was einfach nur dem Konsum verschuldet ist. Wichtig ist dabei auch, wem man folgt und aus welcher Intention heraus diese Menschen den Beruf als Influencer ausüben. Die jüngere Generation sieht Influencer oftmals als Vorbilder und bauen einen persönlichen Bezug zu ihnen auf. Dann besteht oftmals die Gefahr dass sie sich selbst verlieren und nur mehr ihren Idolen nacheifern und das im schlimmsten Fall sogar in Besessenheit ausartet. Wenn man sich in den sozialen Netzwerken bewegt, dann sollte man auf jeden Fall bewusst und achtsam damit umgehen.

Wie kann man deiner Meinung nach herausfinden, ob der/die Influencer/in einem gut tut oder einen selbst doch eher belastet?
Man sollte darauf achten, welche Werte und Inhalte durch den Account vermittelt werden und vor allem, wie man sich dabei fühlt. Postet ein Influencer täglich nur über das schöne Leben, vom perfekten Körper und dem perfekten Aussehen, von Designerklamotten und schönen Urlauben, dann entspricht dies oftmals nicht der Realität und dem Leben, dass die meisten von uns führen. Oft entsteht dann bei den “Zusehern” bzw “Followern” ein Gefühl von Unzufriedenheit.

Es vermittelt dann oftmals den Eindruck, dass das eigene Leben nicht genug ist, weil man dieses und jenes vielleicht nicht hat oder machen kann oder nicht so aussieht. Ich persönlich folge Menschen, die offen und ehrlich Probleme des alltäglichen Lebens zeigen und dabei inspirieren und Lösungen und Denkweisen zu einem glücklichen und zufriedenen Leben mit anderen teilen. Genau das versuche ich selber durch tägliche Postings und einem wöchentlichen Blogbeitrag weiterzugeben.

Bist du sehr aktiv?
Ich schaffe für mich persönlich einen sehr guten Ausgleich. Ich bin sehr aktiv, in dem Sinne, dass ich eigentlich ständig was vorhabe und die Dinge schon gerne Wochen vorher plane, damit ich genau weiß, was auf mich zukommt und mich immer auf etwas freuen kann. Aber ich nehme mir immer einen Tag in der Woche als Auszeit. Um runterzukommen, um Dinge zu machen, die ich die ganze Woche nicht mache. Einen Tag, an dem ich ausschlafe, einfach nur mal entspanne und nichts vorhabe. Dieser Tag ist bei mir meistens Sonntag. Sollte ich aber über ein Wochenende weg sein, dann ist das meist der darauffolgende Tag. Diese Tage sind mir aber auch heilig, weil ich merke, dass mein Körper das braucht, obwohl ich gerne aktiv und in Bewegung bin. Aber einmal in der Woche entschleunige ich sozusagen alles um mich herum. Da bleiben bei mir auch alle Social Media Kanäle aus, die ich sonst täglich nutze und das Handy wird weggelegt.

Wie viel Zeit verbringst du mit deinen Social Media Kanälen?
Für meine eigenen Seiten (Instagram, Facebook und meinen Blog) ungefähr eine Stunde täglich. Die Zeit, in der ich selbst andere Kanäle durchforste und mir Inspirationen hole, ist deutlich kürzer und beläuft sich höchstens auf eine halbe Stunde täglich. Diese Zeit habe ich selbst drastisch reduziert, um mich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren zu können und nicht ständig am Smartphone zu sein. Dadurch dass ich ständig beschäftigt bin, fiel mir das auch gar nicht schwer.

Für viele Menschen sind Instagram und andere sozialen Medien zur Sucht geworden.
Inzwischen bieten einige Betriebssysteme Bildschirmzeit-Beschränkungs-Apps bzw. Funktionen an. Findest du diese Funktionen sinnvoll oder wie kann man sich deiner Meinung nach gut abgrenzen?
Ich denke, dass jegliche Apps einem zwar gut vor Augen halten, wie viel wertvolle Lebenszeit man tatsächlich mit den sozialen Medien verbringt, einen aber nicht unbedingt dazu bewegen, diese Zeit zu reduzieren. Soziale Medien trainieren uns oftmals dazu, unsere Leben zu vergleichen, anstatt das zu schätzen, was wir haben.

Dass auch wir dieses wundervolle Leben führen oder führen können, wenn wir eben nicht ständig am Handy sitzen, sondern eben raus gehen und diese Dinge auch tun, die uns im Internet oft vorgegaukelt werden. Ich glaube, erst wenn man das verstanden hat, kann man sich wirklich davon abgrenzen und sich lediglich Inspirationen holen und dann das Handy weglegen und sein eigenes Leben schön gestalten.

Wo findet man dich und was erwartet einen in deinem Instagram-Feed?
Man findet mich auf Facebook unter Melissa Gradwohl oder meine Seite Queen Mel B, auf Instagram unter melissa_queen_mel_b und natürlich auf meiner Website zu meinem Blog.

Ich versuche auf Instagram Positivität und Lebensfreude zu vermitteln und die mir wichtigen Werte zu teilen, wie der Umgang mit anderen Menschen, Mut und Stärke. Ich stehe ganz klar dafür, dass jeder alles sein und werden kann, was er möchte und dass jeder Mensch ein Genie ist, auf seine ganz eigene Art und Weise. Wenn man durch meinen Feed geht, wird man eine junge Frau entdecken, die selbst auch durch schwere Zeiten gegangen ist, aber dadurch umso stärker wurde und ihre Leidenschaft und Mission im Leben entdeckt hat. Nämlich anderen Menschen zu helfen und sie dazu zu bewegen, ihrem Herzenswunsch zu folgen.

Vielen Dank für das nette Interview und die offenen Antworten.
Es hat mich sehr gefreut.

Lieben Gruß
Angelika